Mit dem BikiniARTmuseum entsteht eine zentrale kulturelle Einrichtung, in der das gesamte historische Wissen rund um den Globus zum Thema Bademode aus drei Jahrhunderten zusammengetragen wird. Dabei versuchen wir dem Besucher unser gesamtes angeeignetes historisches Wissen zu vermitteln, sodass der Besucher kompetent informiert wird, die Inhalte dabei aber gleichzeitig spannend und anschaulich präsentiert werden. Wir werden unter anderem die Fragen „Ab wann begann das Baden in der Öffentlichkeit?“, „Was trugen die Menschen in der damaligen Zeit zum Baden?“ und „Was ist überhaupt eine Badekarre , wie und wozu wurde sie benutzt?“ anhand von zeitgenössischen Ausstellungsstücken beantworten und geben hier bereits einen kleinen Einblick in die historische und spannende Entwicklung der Badekultur:

 

 

Vom Korsett zum einteiligen Schwimmtrikot

© Illustrierte Frauenzeitschrift (1927)

Die goldenen Zwanziger

 

Mit dem Baden in der Öffentlichkeit wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen. Vorher wurden die Küsten für lange Zeit gemieden und das Meer wurde stets mit dem Unheimlichen verbunden. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verlor das Wasser seinen Schrecken und die ersten Seebäder eröffneten in Deutschland. Die Moralvorstellungen der damaligen Zeit erforderten den Körper verhüllende Badekostüme, welche sich nur unwesentlich von der üblichen Garderobe unterschieden.

Erst die goldenen 1920er Jahre markierten einen revolutionären Wendepunkt im Bereich der Bademode, welche auch immer von den sozio-kulturellen Entwicklungen beeinflusst wird:  Charleston, Jazz, Bubikopf, rote Lippen, freie Liebe, Zigaretten und kurze Röcke feierten Triumphe und auch das Trikot betritt zum ersten Mal die Bühne der Bademode. Die einschnürenden Korsetts, welche bis dahin in der Badekleidung üblich waren, kamen nun vollständig außer Gebrauch.

Diese Innovation im Bereich der Bademode ging zur damaligen Zeit fast ausschließlich auf mutige Protagonistinnen des Schwimmsports zurück, denn Wettkämpfe wären ohne die eng anliegenden Trikots aus dünnen Materialien gar nicht möglich gewesen. Jedoch berichteten immer wieder Tageszeitungen weltweit über spektakuläre Verhaftungen von Frauen im Trikot an den Stränden von Amerika bis Deutschland, da die Bademode der Damen den Hütern des Gesetzes zu gewagt erschienen.

 

 

Die Badekarre

© Stadtarchiv Norderney - Im Damenbad, um 1890

 

Die Badekultur hat sich im Laufe der Zeit zweifellos stark verändert. So war es im 18. und 19. Jahrhundert völlig normal, Badekarren dazu zu nutzen, um sittlich korrekt und ungesehen im Meer baden zu können.

Demnach wurde die Badekarre zumeist von Frauen genutzt, denen es größtenteils nicht gestattet war, sich in Badebekleidung am Strand zu zeigen.

So begaben sich die Frauen in ihrer normalen Alltagskleidung in die am Strand befindliche fensterlose Kabine, um sich für das Bad im Meer unbeobachtet umzuziehen.

Anschließend wurde die Badekarre zumeist von Pferden ins Meer geschoben, wodurch es nun möglich war, ungestört und vor Blicken geschützt baden zu können. Danach wurden die Frauen wieder an den Strand zurückgebracht.

Die erste Badekarre wurde 1750 vom Engländer Benjamin Beale erbaut, wobei auch Berichte existieren, die zum Teil belegen, dass bereits im Jahre 1736 eine solche Badekarre erfunden wurde.

 

Nun wird auch im zukünftigen Museum eine nach historischem Vorbild angefertigte Badekarre ihren Platz finden und dort auf zahlreiche Bestauner warten.

 

 

 

© Lisa Otten (BikiniARTmuseum)